Werbung ist ein fixer Bestandteil unseres Alltags. Ob wir sie nun bewusst oder unbewusst beachten, ihre Botschaften fließen in unsere Wahrnehmung ein. Frau ist gleich Sex, Frau ist gleich Produkt oder Produkt ist gleich Frau, Frau muss schön und erfolgreich sein, und vieles mehr – diese Darstellungsformen der Werbung schaffen eine scheinbare Wirklichkeit. Sexistische Werbung verfestigt ein bestimmtes Frauenbild und konstruiert letztlich auch gesellschaftliche Realitäten mit. Werbung ist ein Mittel, um die Geschlechterhierarchie stets wieder zu reproduzieren und damit aufrecht zu erhalten. Bei ständig steigenden Werbeinformationen kommt diesem Reproduktionsmittel immer mehr Bedeutung zu.
Die Schritte, die bis jetzt in der Einflusssphäre der Stadt Graz gesetzt wurden, gehen in die richtige Richtung. Letztlich ist aber eine bundesgesetzliche Regelung notwendig, um wirksam gegen sexistische Werbung vorgehen zu können. Dieses gilt es weiterhin einzufordern, aber bis es hier zu konkreten Beschlüssen kommt, muss immer wieder auf sexistische Werbung aufmerksam gemacht werden. Diese darf nicht einfach nur hingenommen werden!
Die „Watchgroup GEGEN SEXISTISCHE WERBUNG“ wurde auf Initiative von Frauenstadträtin Elke Edlinger in Kooperation mit der Unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz eingerichtet und besteht aus Vertreterinnen des Grazer Frauenrates, des Vereins Thekla und des DOKU (Frauendokumentations- und Projektzentrum). Ziel ist es, regelmäßig die Grazer Werbelandschaft zu beobachten, auf sexistische Sujets hin zu überprüfen und diese gegebenenfalls als Negativbeispiele aufzuzeigen.
Als Beobachtungsziele wurden folgende formuliert:
- Werbeflächen im öffentlichen Raum (Plakatwände, Schaufenster, Citylights, Infoscreens)
- regionale Printmedien (Tageszeitungen, Illustrierte, Inserate)
- Zusendungen und Hinweise von BürgerInnen (z.B. in diesem Fall auch TV-Spots)
Als inhaltliche Basis liegt den Entscheidungen der Watchgroup ein Kriterienkatalog zugrunde, der vom DOKU erarbeitet wurde.

