Osterhöschen


Osterhöschen

Das Unternehmen Palmers bewarb am Ostersonntag mittels Facebook seine „Osterhöschen“.

Auf dem Sujet zu sehen sind sechs halbnackte, auf dem Bauch liegende Frauen. Die Modells sind auf einem Teppich platziert, inmitten von Erde.

Die Erde soll, laut einer Stellungnahme von Palmers CEO Marc Wieser, auf „[...] die besondere Rolle der Frau, die mit „Mutter Natur“ assoziiert Gleichgewicht in unser geordnetes Chaos bringt.“ verweisen.

Hier werden zwei unterschiedliche Muster zur Darstellung von Frauen herangezogen: Auf der einen Seite steht das Weibliche hier für Erotik und ist Erfüllungsgehilfin für männliche Heterosexualität. Demgegenüber steht die Frau in ihrer Rolle als Vermittlerin zwischen der vom Mann gemachten Kultur und der – aufgrund der weiblichen Reproduktionsorgane – weiblich konnotierten Natur. Beide Weiblichkeitskonzepte können als sexistisch beschrieben werden.

Die ästhetisierte (halb-)nackte Frau, die sich vor einem Produkt „räkelt“, macht nicht nur das Produkt „begehrenswert“ sondern auch sich selbst. Die Darstellung suggeriert, dass Frauen eine Ware sind – käuflich wie die beworbenen Unterhosen.

So lässt die Ästhetik des Sujets, wie auch Corinna Milborn schon kritisiert hat, an Kontexte von Menschenhandel (von dem insbesondere Frauen und Mädchen nach wie vor massiv betroffen sind) erinnern.

Dieses Sujet ist gemäß den Kriterien der Watchgroup als sexistisch einzustufen.